Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Wilhelm Wickertsheimer gilt als bedeutender Landschaftsmaler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für die Bereiche Südschwarzwald und Ortenau. Besonders viele Motive fand er in seiner Heimatstadt Lahr, am Schutterlindenberg und am Gaisberg, im Elztal, an Feldberg und Hornisgrinde und im Bereich Bernau. Es existieren aber auch viele Bilder vom Bodensee, aus der Schweiz und aus Paris. Eine absolute Rarität ist eine Aquarellsammlung, die er als Soldat im Ersten Weltkrieg während der Schlacht an der Somme malte und mit entsprechenden schriftlichen Informationen versah.

Die meisten Bilder malte er auf Pappe mit Ölfarbe, es existieren aber auch Ölbilder auf Leinwand, eine Vielzahl von Aquarellen und Kohle- und Bleistiftzeichnungen.

Er zog immer wieder mit Staffelei, Malkasten und Hocker hinaus, um in freier Natur seine Motive zu finden, zu skizzieren und teilweise auch komplett zu malen. Man findet heute noch in manchen Wanderhütten und in traditionellen Schwarzwaldstuben von Gaststätten seine Bilder. Es gibt nur wenige Bilder von Wickertsheimer, auf denen Menschen zu sehen sind. Lediglich bei den Ansichten von Bauernhöfen, Kirchen oder Ortschaften sieht man hin und wieder skizzierte Personen. Gerade letztere Bilder von Gebäuden und Ortschaften sind heute wichtige Zeitzeugen und Dokumentationen der damaligen Zeit, da viele Gebäude im Krieg zerstört wurden oder der Modernisierung zum Opfer gefallen sind.

Er versuchte sich gelegentlich in der abstrakten Malerei, malte aber hauptsächlich realistisch, eher einer Fotografie ähnlich. Die Wirkung seiner Bilder ist meist von besonderem Licht (Winter-, Abendstimmung) sowie von den Gewalten der Natur (Wolken, Nebel, Schnee) geprägt. Als gelernter Maler (Anstreicher) beherrschte er auch das Bemalen von Möbeln mit bäuerlichen Motiven, wie es um diese Zeit modern war.

Zusammen mit den Malern Hermann Dischler, Curt Liebig, Julius Heffner, Wilhelm Nagel und anderen schloss er sich 1926 zur Ausstellungsgemeinschaft „Die Schwarzwälder“ zusammen, die 1927 in Freiburg ihre erste gemeinsame Ausstellung veranstaltete.

Ab Herbst 2016 kann man in Lahr auf dem vom Schwarzwaldverein, Ortsgruppe Lahr intiierten Wickertsheimer Rundweg eine Auswahl seiner Werke besichtigen.